Noriker Pferde

Ein Pferd wie ein Freund - charakter- und nervenstark, von einnehmenden, angenehmen Wesen

Noriker Pferde

Rasseportrait 

Norikerstute Lotte

Die Wurzeln des Norikers lassen sich bis zu der Zeit zurück verfolgen, in der römische Heerscharen nordwärts marschierten und keltische Alpenvölker unterwarfen. Einige Fachleute meinen, dass sich die Legionspferde dem Klima und der Landschaft anpassten und so ein kompakter, trittsicherer vielseitig verwendbarer Pferdetyp entstand. Andere wiederum vertreten die Meinung, dass eine Kreuzung mit einheimischen kleinen Kaltblütern ein vielseitig verwendbares Gebirgspferd entstehen ließ.
Erst  Mitte des 16. Jahrhunderts nahmen sich die Erzbischöfe von Salzburg der bodenständigen Rasse an, die damals als Wagen- und Arbeitspferd diente. Die ersten Gestüte wurden in Hallein, im Pongau und im Pinzgau gegründet und die ersten Stutbücher eingeführt.
In den klösterlichen Gestüten stand die Zucht  prachtvoller Rösser – vorzugsweise Tigerschecken - für die bischöflichen Karossen im Vordergrund und so wurden Andalusier, Burgunder, Neopolitaner und Kladruber eingekreuzt. Zusätzlich setzte man auf die Zucht eines zähen trittsicheren Gebirgssaum-Norikers der in allen Landesteilen Österreichs gefragt war.
Ab dem 18. Jhdt wurden die Klostergestüte verstaatlicht oder aufgelöst, staatliche Deckstationen eingerichtet und die ersten Pferdezuchtvereine gegründet.Norikerwallach Wicki
Bedingt durch seine Verwendung in der alpinen Landwirtschaft und im Gütertransport (z.B. ziehen von Flössen) ergab sich ein mittelschweres Kaltblut mit harmonischen  Breiten- und Tiefenmassen, genügend starken Knochen und Gelenken, mit korrekten Gängen, Wendigkeit und Trittsicherheit, Genügsamkeit, Fleiß und Ausdauer.
 

Die Farben und Blutlinien der Noriker:

Farben: 
Rappen, Braune, Füchse, Blauschimmel, Braunschimmel, Rotschimmel, Mohrenköpfe, Tiger und Plattschecken.
Blutlinien:
Vulkan-Linie:
- frühreife Pferde mit gutem Charakter
- typvolle breite und tiefe Pferde mit genügend Adel
- gutes Fundament, etwas lang geramster Kopf, gute Halsung
Nero-Linie:
- Gut gewachsene, elegante, kräftige und figurale Pferde
- Trockenes Fundament
- Gutes Temperament, sehr gutes Gangvermögen
Diamant-Linie:
- leichterer Schlag, trocken und drahtig
- gute Proportionen, strenge Kopflinien, aufmerksame Augen
- viel Gangvermögen
Elmar-Linie:
- einzige Tigerlinie
- schnittige, edle und temperamentvolle Pferde
- trockener Kopf und feines Fundament
- wenig Breite und Tiefe, kurze Rippe
Schaunitz-Linie:
- aus Kärnten stammende Linie
- mittelrahmige, mäßig tiefe und breite Pferde
- harte und emsige Arbeitspferde
- schnell und temperamentsvoll
 Norikerstute Laura mit Lilly

Das Zuchtziel des Norikerpferdes:

(Auszug aus der Zuchtbuchordnung der ARGE Noriker Österreich)
Zuchtrichtung des Norikers: Das Fahren und Ziehen und die Eignung als Wagen- und Wirtschaftspferd für den schweren Zug, weiters kann er auch als Reitpferd verwendet werden. Er soll ein gut mittelschweres, tiefes und breites rumpfiges Gebirgskaltblutpferd mit tiefer Schwerpunktlage guter Trittsicherheit und gutem Gleichgewichtssinn sein. Folgende Farben sind möglich: Rappen, Braune, Füchse, Blauschimmel, Braunschimmel, Rotschimmel, Mohrenköpfe, Tiger und Plattschecken.
Das Widerrist(WR)-Mindeststockmaß bei Stuten beträgt 152 cm. Die Bestmaße bei Stuten im Stockmaß liegen von 156 – 162 cm. Das Mindeststockmaß bei Hengsten beträgt 156 cm bei 2,5 jährigen Hengsten, 157 cm bei 3 jährigen Hengsten und 158 cm bei 4 jährigen und älteren Hengsten. Das Höchststockmaß bei Hengsten bei der Anerkennung beträgt 170 cm. Die Bestmaße bei Hengsten reichen von 158 – 165 cm.
Der erwünschte Rohrbeinumfang beträgt bei Stuten 22 – 25 cm und bei Hengsten 23 – 26 cm.

Gebäude:
Der Kopf soll trocken mit einem gutmütigen aufmerksamen Blick, typvoll und von herbem Adel sein.
Der Hals soll kräftig, gut aufgesetzt und mittellang bei nicht zu stark ausgeprägter Unterhalsmuskulatur sein.

Zuchtbuchordnung und Zuchtprogramm für Norikerpferde – ARGE Noriker Österreich

Die Vorhand soll eine schräge, gut bemuskelte Schulter mit genügend Brustbreite und Tiefe mit einem erkennbaren Widerrist aufweisen.
Die Mittelhand soll genügend lang und tief sein, mit einem straffen aber elastischen Rücken mit genügend Rippenwölbung und genügend langer Hinterrippe, mit guter Verbindung zur Vor- und Hinterhand.
Die Kruppe soll gut ausgebaut, genügend lang, breit und gespalten sein. Besonders hervorzuheben ist hier noch eine gute Bemuskelung.
Besonderes Augenmerk ist auf ein kräftiges, korrektes, trockenes, mit gut ausgeprägten Gelenken und harten Hufen ausgestattetes Fundament zu legen.
Beim Bewegungsablauf wird ein schreitender gleichmäßiger Schritt, ein energischer, schwungvoll elastischer Trab bei gutem Raumgriff und guter Korrektheit gewünscht.
Besondere Beachtung ist folgenden Leistungsmerkmalen beizumessen: Gesundheit, Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, Leichtfuttrigkeit, Milchergiebigkeit, guter Charakter, Gutmütigkeit, ausgeglichenes Temperament, große Ausdauer, vielseitige Verwendbarkeit, gute Zugleistung und mögliche Reiteignung.
Quellen:
Grießner, Sepp: Die Noriker  Hengstaufzucht und Hengsthaltung, 1991, Eigenverlag des Verfassers, Landespferdezuchtverband Salzburg
Friderum Papavassiliou: Liebenswerte Riesen; Die schönsten Kaltblutpferde Europas, 1988, Limpert Verlag
Landes-Pferdezuchtverband Kärnten: Züchtermagazin, 4. Jahrgang, Magazin I ,2005
Internet:
www.rossinger.at
www.pferdezucht-austria.at
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